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E-Tutorate: Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen – partizipative Hochschulkultur entwickeln

    Die digitale Transformation von Lehre und Studium bietet neue Realisierungsformen von Tutoraten als niederschwellige Unterstützungsangebote von Studierenden für Studierende. Ergänzende Studienziele im Bereich digitaler Kompetenzen lassen sich geschickt integrieren.

    Tutorate beabsichtigen, Studierende und ihre Studienaktivitäten zu unterstützen: In Lehrveranstaltung, in eigenständigen Übungen, als begleitendes Patensystem oder in verwandten Formen. Als Tutor:innen fungieren dabei oftmals Studierende in höheren Semestern. Sie leisten damit eine niederschwellige Unterstützung in der allgemeinen und fachlichen Hochschulsozialisation.

    Die hauptsächlichen Vorteile lassen sich so zusammenfassen:

    • Studierende profitieren von einer niederschwelligen, erfahrungsbasierten Unterstützung durch erfahrenere Kommiliton:innen.
    • Dozierende erhalten Unterstützung und Entlastung in ihrer Lehrtätigkeit.
    • Tutor:innen erhalten Gelegenheit, sich in neuer Aufgabe im akademischen und fachlich-disziplinärem Kontext zu erproben.

    Tutorate sind eingebettet in eine Hochschulkultur, welche Studierende in Verantwortung einbindet, also in ein spezifisches Verständnis der Hochschulgemeinschaft.

    Mit der digitalen Transformation, welche auf sämtliche Lebensbereiche und also auch auf Hochschullehre und -studium und den Austausch und die Zusammenarbeit in der Hochschulgemeinschaft einwirkt, zeigen sich neue Möglichkeiten und Aufgaben von Tutoraten. Insbesondere bieten sich neue Gelegenheiten der gemeinsamen Lehrentwicklung, müssen doch die neuen digitalen Möglichkeiten von allen zuerst einmal erprobt werden.

    E-Tutorate können als zeitgemässe Variante von Tutoratsangeboten gesehen werden, wobei die Realisierungsformen und Schwerpunktsetzungen vielfältig sind. Beispiele dafür sind u. a.

    • E-Tutorate werden nicht im direkten physischen Kontakt realisiert, sondern unter Nutzung digitaler Medien im Rahmen von (asynchronen oder synchronen) Distance Learning.
    • E-Tutorate beziehen sich insbesondere auf die Unterstützung von Lehrveranstaltungen im Distance Learning.
    • E-Tutorate unterstützen Studierende vor allem im Hinblick auf die Nutzung digitaler Tools (z. B. im Umgang mit der Lernplattform oder bei digitalen Leistungsnachweisen).
    • E-Tutorate unterstützen Studierende im Hinblick auf die Herausforderungen des Lernens in digitalen, digitalisierten und/oder virtuellen Kontexten.
    • E-Tutorate unterstützen Studierende im Umgang mit den Herausforderungen, die sich angesichts der Digitalisierung im Bildungsbereich allgemein oder dem vermehrten Absolvieren des Studiums von Daheim aus bzw. im Distance Learning ergeben (z. B. im Hinblick auf die Hochschulsozialisation oder den höheren Anforderungen ans Selbstmanagement).
    • Darüber hinaus können sich E-Tutorate auch auf die Unterstützung der Dozierenden fokussieren, z. B. bei der Nutzung digitaler Tools im Unterricht oder im Umgang mit den Herausforderungen, die sich angesichts der Digitalisierung im Bildungsbereich allgemein oder dem vermehrten Absolvieren des Studiums von zu Hause aus und im Distance Teaching

    Das Projekt «E-Tutorate» hat im Oktober 2022 zu einem Austausch über Formen von (E-)Tutoraten nach Luzern eingeladen. Nun liegt die Tagungsdokumentation vor (Link), welche unterschiedliche Realisierungsformen an Schweizer Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen aufzeigt. Die Publikation wird durch einen Beitrag von Frau Heike Kröpke, einer ausgewiesenen Expertin für Tutorate, abgerundet. Unter dem Titel «Weiterentwicklung einer Lehr-/Lernkultur auf Augenhöhe: Postulate für eine nachhaltige Implementierung der Tutorienarbeit» macht sie u.a. darauf aufmerksam, dass Tutorienarbeit als akademische Nachwuchsförderung zu begreifen sei und plädiert gleichzeitig für einen Ausbau an Forschung in dieser Thematik – ein Plädoyer, das wir aus unserem Projekt heraus nur unterstützen können.

    Kontakt

    Hochschule Luzern – Soziale Arbeit
    Seraina Caviezel Schmitz
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    +41 41 367 48 55

    Pädagogische Hochschule Luzern
    Prof. Dr. Peter Tremp
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    +41 41 203 02 48

    Quelle Titelbild: Auszug Titelblatt der erschienenen Tagungsdokumentation vom 27. Oktober 2022.

    15. Juni 2023, Seraina Caviezel Schmitz (HSLU), Franziska Imboden (HSLU) und Peter Tremp (PHLU)

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